Auswahl von Coaching-Ausbildungen

Eine seriöse Coaching-Ausbildung zu absolvieren bedeutet, ein Investment von mehreren tausend Euro zu tätigen. Bei der Auswahl des passenden Angebotes sollte daher so wenig wie möglich dem Zufall überlassen werden. Ausreichend Zeit für die Auswahl sollte ebenfalls eingeplant werden, damit die Angebote miteinander verglichen werden können.

Grundsätzlich ist es nicht möglich, eine pauschale Empfehlung für eine bestimmte Coaching-Ausbildung zu geben. Die Güte einer Ausbildung hängt nicht alleine von der Ausbildung selbst ab, sondern muss im Zusammenhang mit den Vorkenntnissen, Fähigkeiten, Vorlieben, individuellen Zielen eines Teilnehmers und den Rahmenbedingungen der Veranstaltung gesehen werden. So kann z.B. eine Ausbildung, die für Betriebswirte sehr hilfreich ist, für Psychologen weniger interessant sein (und andersherum).

Tipp

Es kann nicht "die" beste Ausbildung geben. Die Coaching-Ausbildungsdatenbank kann lediglich eine Übersicht geben, die Hilfe bei der Entscheidungsfindung gibt. Die Entscheidung selbst kann immer nur aus der Basis individueller Passung getroffen werden.

Hinweise zur Vor- und Endauswahl

Zur Vor- und Endauswahl von Coaching-Ausbildungen sollten stets folgende Hinweise berücksichtigt werden: 

Mehrere Angebote vergleichen
Es ist nicht ratsam, die erstbeste Ausbildung zu buchen, nur weil sie in der Nähe stattfindet oder günstig ist. Zeit einzuräumen, um mehrere Angebote und Ausbilder zu vergleichen, ist wichtig. Erst im Vergleich werden die Unterschiede deutlich. 

Ausschreibung erstellen
Das Erstellen einer Ausschreibung in unserem Ausschreibungssystem ist kostenlos und anonym für Interessenten möglich. Ein Eintrag im Ausschreibungssystem hat den Vorteil, dass einmal beschriebene Anliegen bestehen bleiben können, bis ein passendes Angebot gefunden wurde, anstatt es zeitaufwendig gegenüber mehreren Anbietern wiederholen zu müssen. Auf diese Weise können die eingehenden Ausbildungen gut miteinander verglichen und die passendste ausgewählt werden.  

Im Kollegen- und Bekanntenkreis umhören
Bekannte, Freunde, Kollegen usw. bieten aufgrund ihrer Erfahrungen und Empfehlungen vielfach eine verlässliche Orientierungshilfe. 

Vorgespräche führen
In einem Vorgespräch, das in der Regel kostenlos sein sollte, können die Ausbildungsinhalte erläutert werden. Darüber hinaus ist es sinnvoll, schriftliche Konzepte und Angebote einzufordern und diese bei einer Bewerbung zu analysieren.

Qualifikation abfragen
Empfehlenswert ist es, sich im Vorhinein über die Qualifikation der Ausbilder zu informieren. Zur Überprüfung dienen hierfür, welche Ausbildung(en) sie zum Coaching befähigen.

Schwerpunkte auf Passung prüfen
Coaching-Ausbildungen haben verschiedene Schwerpunkte und Hintergründe. Diese sollten zu den Absichten und den Hintergründen der Ausbildungsteilnehmer passend sein – oder diese zumindest sinnvoll ergänzen. Möglichst genaue Darstellungen über die Inhalte, Methoden und deren Hintergründe helfen bei der Auswahl. Gute Ausbildungseinrichtungen weisen auch auf andere Ausbildungsmöglichkeiten hin, wenn ihre Ausbildung nicht für ein spezifisches Anliegen geeignet ist.
 
Allgemeinplätze kritisch hinterfragen
Allgemeine Behauptungen und Worthülsen ("Verbesserung der kommunikativen Fähigkeiten", "Aufbau sozialer Kompetenz", "Professioneller Umgang mit Problemen") sind unseriös. Fakten, z.B. wie lange die Ausbildung existiert, welche Referenzen genannt werden können, ob es eigene Veröffentlichungen gibt (Bücher, Fachartikel usw.) geben zuverlässige Auskunft über das Potential der Ausbildung. Lockangebote bauen oft auf den Effekt, "es werde schon was bringen" – ohne zu erklären, was dies konkret ist.

Nebenkosten einkalkulieren
Neben den reinen Ausbildungskosten müssen auch die Nebenkosten (Fahrt-, Übernachtungs-, Verpflegungs-, Materialkosten, Tagespauschalen, Kosten für Lehr-Coachings und Supervision) und ggf. die Umsatzsteuer einkalkuliert werden. Hier können nicht unwesentliche Summen zusammenkommen.
 
Zeitaufwand berücksichtigen
Auf den gesamten zeitlichen Umfang der Ausbildung und die Ausbildungsorte ist zu achten. Hierüber eine schriftlich Bestätigung einzuholen, ist ratsam. Fehlplanungen verursachen teure Ausfallzeiten und weitere Kosten.

Keine Ersatztherapie
Eine Coaching-Ausbildung ist keine Psychotherapie-Ausbildung. Schwerwiegende psychische Probleme und Abhängigkeitserkrankungen sind nicht das Tätigkeitsfeld eines Coachs oder einer entsprechenden Ausbildung, sondern bedürfen einer medizinischen und/oder psychotherapeutischen Behandlung. Entsprechend sollte der Schwerpunkt einer Coaching-Ausbildung stets den Bezug zum beruflichen Kontext wahren.

Marktschreier meiden
Die Methoden in der Ausbildung sollten verständlich dargestellt werden. Seriöse Coaching-Ausbilder arbeiten – wie ein Coach auch – prinzipiell transparent und fördern Bewusstsein und Verantwortung der Teilnehmer, indem sie nicht manipulieren.
Anbietern, die mit überschwänglicher Begeisterung ihre Seminare und Ausbildungen anpreisen, sollte mit Skepsis entgegengetreten werden. Seriöse Anbieter zeigen selten ein "marktschreierisches" Verhalten oder prahlen mit Superlativen.

Auf den Bauch hören
Um die Ausbildungsleiter persönlich kennenzulernen, ist die Buchung eines Probeseminars hilfreich. Eine Ausbildung sollte nur durchgeführt werden, wenn eine positive Grundeinstellung zwischen Ausbilder und Auszubildendem besteht. Zu achten ist auch auf Gesamterscheinung von Person, Unterlagen, Auftreten und Ausdruck. Intuition und Bauchgefühl sind wichtige innere Sensoren bei der Abwägung, ob ein Ausbilder der richtige ist.
 
Intensivkurse kritisch hinterfragen
Es gibt Intensiv-Kurse, in denen Coaching-Wissen schnell und kompakt zu vermitteln versucht wird. In Einzelfällen mag dies möglich und sinnvoll sein. Dennoch ist es im Rahmen von Coaching-Ausbildungen eher unüblich, in einer größeren Ausbildungsgruppe mehrere Wochen am Stück zu verbringen. Eine derartige Vorgehensweise bietet nicht die Möglichkeit, erlerntes Wissen im eigenen handlungsrelevanten Umfeld zwischenzeitlich ausprobieren zu können.
 
Ungewöhnliches Verhalten nicht tolerieren 
Seriöse Anbieter erwarten von ihren Ausbildungsteilnehmern "schlimmstenfalls" (aber zurecht), das Mobiltelefon auszuschalten (und auch hier sind immer Ausnahmen möglich). Unseriös ist hingegen, persönliche Papiere, Uhr, Mobiltelefon usw. einzufordern. 

Über Scharlatane informieren
Über unseriöse Angebote können Informationen z.B. bei Verbraucherschutzzentralen, Industrie- und Handelskammern und den Sektenbeauftragten der Kirchen eingeholt werden.

Nach oben

Ausbildungsanbieter-Suche

Coaching (Praxis der Personalpsychologie)

Christopher Rauen (2014).
Coaching.

3., überarbeitete und erweiterte Auflage
Serie "Praxis der Personalpsychologie"
Band 2
Göttingen: Hogrefe.
135 Seiten, 24,95 € 
ISBN: 978-3-8017-2591-4

Bei Amazon bestellen ...

Coaching (Praxis der Personalpsychologie)